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Pressemitteilung

Barrierefreiheit an Allgäuer Bahnhöfen - nur Wunschtraum?

Durch einen Artikel vom 09.06.2017 in der Allgäuer Zeitung wurde die ÖDP-Direktkandidatin im Wahlkreis 256 Oberallgäu und schwäbische Bezirksvorsitzende Lucia Fischer aufgeschreckt. Wie kann es in Zeiten der VDI-Agenda "Barrierefreie Lebensräume" und der UN-Behindertenrechtskonvention sein, dass ein Rollstuhlfahrer zur Fahrt mit der Deutschen Bahn die einfachsten Hilfsangebote nicht in Anspruch nehmen kann?Im Allgäu sind die wenigsten Bahnhöfe optimal für Rollstuhlfahrer ausgebaut. Beispiel dafür eine Wochenendreise von Oberstdorf nach Paris in den Pfingstferien. Rampen, Aufzüge und mechanische Zusatzeinrichtungen, die hier genutzt werden können, sucht man vor Ort vergebens. Michael Finger aus Oberstdorf, der seit 20 Jahren im Rollstuhl sitzt, hatte bereits Wochen vorher den Bedarf an Hilfestellung bei der Deutschen Bahn angemeldet. Nicht nur, dass diese innerhalb eines Zeitraums von 09.00 bis 18.30 Uhr wegen mangelnder Personaldecke anzusetzen sind. Außerdem darf max. eine hilfsbedürftige Person zur gleichen Zeit Anspruch erheben. Mehreren Behinderten gleichzeitig zu helfen, ist aufgrund des fehlenden Personals und des Ankunft-/Abfahrts-Zeitfensters nicht möglich. Als einzige Lösung stehen in diesem Fall die Beförderung des betroffenen Fahrgasts mit dem Gepäckförderband nach oben oder unten und das separate Tragen des Rollstuhls über die Treppen zur Debatte.

Am Bahnhof in Immenstadt ließ sich Lucia Fischer von Michael Finger diese entwürdigende Prozedur demonstrieren. Fazit dazu: "Das ist eine Unverschämtheit der Deutschen Bahn! Ein Mensch ist doch kein Gepäckstück! Es wird gefordert, hier eine rasche Umsetzung des barrierefreien Zugangs zu Gleisen und Zügen durchzuführen!".

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